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Ist ein Deckblatt in der Bewerbung für Führungskräfte heute noch zeitgemäß?

Ist ein Deckblatt in der Bewerbung heute noch sinnvoll oder eher überholt?

Diese Frage stellen sich viele Fach- und Führungskräfte, die sich nach Jahren wieder bewerben. Die Unsicherheit ist verständlich, denn Bewerbungsstandards haben sich stark verändert. Früher gehörte das Deckblatt selbstverständlich dazu, heute scheint es oft zu verschwinden. Genau hier entsteht Verwirrung.

Aus Trainersicht kann ich sagen:

Ein Deckblatt ist weder grundsätzlich falsch noch automatisch richtig. Entscheidend ist, wie, wofür und für wen es eingesetzt wird. Wer das Deckblatt strategisch nutzt, kann einen starken ersten Eindruck erzeugen. Wer es unüberlegt einsetzt, verschenkt wertvollen Platz und Wirkung. In diesem Artikel zeige ich Ihnen klar, wann ein Deckblatt sinnvoll ist und wann Sie besser darauf verzichten sollten.


Warum das Deckblatt in vielen Bewerbungen verschwunden ist

Der Hauptgrund, warum das Deckblatt heute seltener genutzt wird, liegt in der Digitalisierung. Bewerbungen werden überwiegend online eingereicht, oft über Bewerbungsportale mit klar definierten Upload-Feldern. Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen werden getrennt hochgeladen. Ein zusätzliches Deckblatt passt hier häufig nicht ins System.

Personalverantwortliche arbeiten unter Zeitdruck. Sie wollen schnell erkennen, ob ein Kandidat relevant ist. Ein Deckblatt ohne echten Mehrwert wird dann eher als störend empfunden.

Hinzu kommt, dass moderne Lebensläufe heute bereits viele Funktionen des früheren Deckblatts übernehmen. Eine klare Kopfzeile, ein professionelles Bewerbungsfoto und präzise Kontaktdaten sorgen für Orientierung. In solchen Fällen wird ein zusätzliches Deckblatt schlicht nicht benötigt.


Wann ein Deckblatt für Führungskräfte dennoch sinnvoll ist

Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein Deckblatt gerade für Führungskräfte sehr wirkungsvoll sein kann. Vor allem dann, wenn Sie sich bewusst von anderen Bewerbern abheben möchten.

Ein Deckblatt kann sinnvoll sein, wenn Sie eine repräsentative Position anstreben, etwa als Teamleiter, Abteilungsleiter oder Projektverantwortlicher. Auch bei Initiativbewerbungen oder hochwertigen Bewerbungsunterlagen in PDF-Form kann ein Deckblatt Struktur und Professionalität vermitteln.

Wichtig ist jedoch, dass das Deckblatt einen klaren Nutzen erfüllt. Es soll nicht dekorieren, sondern positionieren. Ein gutes Deckblatt signalisiert auf den ersten Blick, wer Sie sind, wofür Sie stehen und auf welche Position Sie sich bewerben. Genau das schätzen Entscheider, wenn es klar und reduziert umgesetzt ist.


Was auf ein zeitgemäßes Deckblatt gehört und was nicht

Ein modernes Deckblatt ist schlicht, ruhig und klar aufgebaut. Weniger ist hier eindeutig mehr.

Zwingend gehören Ihr vollständiger Name, die angestrebte Position und ein professionelles Bewerbungsfoto darauf. Ergänzend können Ihre Kontaktdaten integriert werden, sofern sie nicht bereits prominent im Lebenslauf stehen.

Optional kann ein kurzer Leitsatz oder eine prägnante Zusammenfassung Ihrer Kernkompetenz sinnvoll sein, etwa Ihre Führungserfahrung oder Ihr Schwerpunkt. Diese Aussage sollte jedoch konkret und glaubwürdig sein.

Beispiele für einen starken Leitsatz auf dem Deckblatt

Ein Leitsatz sollte in einem Satz klar sagen, wofür Sie stehen und welchen Nutzen Sie bringen. Keine Floskeln, kein Blabla.

Hier einige Beispiele:

Führungskraft im Mittelstand

Ergebnisorientierte Führungskraft mit langjähriger Erfahrung im Mittelstand und einem klaren Blick für praktikable Lösungen. Nachweisbare Einsparpotentiale und Umsatzsteigerungen.

Bilanzbuchhalter mit Führungsverantwortung

Bilanzbuchhalter mit Führungserfahrung, fundierter Abschlusssicherheit und Fokus auf effiziente Prozesse und Teambuilding-Erfahrung.

Beispiele für eine prägnante Zusammenfassung auf dem Deckblatt

Diese Zusammenfassung besteht aus zwei bis drei kurzen Sätzen und ersetzt keine Lebenslaufdetails. Sie macht Lust weiterzulesen.

Beispiel Produktion / Technik

Seit über 20 Jahren in der Produktion tätig, davon viele Jahre in Führungsverantwortung.
Stärken liegen in der Strukturierung von Abläufen, der Entwicklung von Mitarbeitern und nachweisbaren Verbesserungen von Kennzahlen.

Was Sie vermeiden sollten, sind verspielte Designs, viele Farben, Grafiken oder lange Textblöcke. Auch Aufzählungen Ihrer gesamten Qualifikationen haben auf dem Deckblatt nichts verloren. Dafür ist der Lebenslauf da. Das Deckblatt soll neugierig machen, nicht erklären.


Fazit

Das Deckblatt ist für Führungskräfte heute keine Pflicht, aber eine bewusste Entscheidung. Richtig eingesetzt kann es Ihre Bewerbung aufwerten und Ihnen einen professionellen Einstieg ermöglichen. Falsch eingesetzt wirkt es schnell überflüssig oder sogar altmodisch.

Wenn Sie unsicher sind, gilt eine klare Regel:

Ein sehr guter Lebenslauf ist wichtiger als jedes Deckblatt. Erst wenn der Lebenslauf überzeugt, darf das Deckblatt ergänzen.

Mein Rat aus dem Bewerbertraining lautet daher: Entscheiden Sie sich nicht aus Gewohnheit für oder gegen ein Deckblatt, sondern aus Strategie.

Ein Leitsatz und eine prägnante Zusammenfassung auf dem Deckblatt sind kein Pflichtprogramm, aber ein starkes strategisches Instrument. Sie helfen dem Leser sofort zu verstehen, wer Sie sind und warum Sie relevant sind.
Gerade für Fach- und Führungskräfte mit viel Erfahrung ist das entscheidend, denn Ihre Stärke liegt nicht im Aufzählen von Aufgaben, sondern im klaren Positionieren Ihrer Persönlichkeit und Ihres Nutzens.
Wenn Leitsatz und Zusammenfassung klar, ehrlich und auf den Punkt formuliert sind, schaffen sie Orientierung und erhöhen die Chance, dass Ihre Bewerbung wirklich gelesen wird.

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